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Zwergschnäpper

Lebensraum

Typischer Brutplatz in einer ausgefaulten Halbhöhle im Bayerischen Wald

Typischer Brutplatz in einer ausgefaulten Halbhöhle im Bayerischen Wald
Foto: © Christoph Moning

Lebensraum des Zwergschnäppers, hier der Brutplatz 2006 bei Jenaz

Lebensraum des Zwergschnäppers, hier der Brutplatz 2006 bei Jenaz
Foto: © Ueli Bühler

Der Zwergschnäpper bewohnt in Mitteleuropa laubholzreiche Altbestände mit einem oft geschlossenen Kronendach, wie sie sich insbesondere bei ausbleibender Durchforstung entwickeln. Durch den Dichtschluss ist im Bereich des unteren Kronenrandes eine Zone aus dürren Ästen und Zweigen auszumachen und es sind Stammreste von abgestorbenen Bäumen vorhanden. Zwergschnäpperhabitate zeichnen sich durch eine besonders grosse Zahl von Nischen und Höhlen wie Faulstellen, Rissen, ausgebrochenen Ästen etc. an den Bäumen aus.

Der Zwergschnäpper gilt in Europa als Indikator für besonders wertvolle, totholzreiche, alte Wälder. Die Seltenheit des Zwergschnäppers in der Schweiz könnte neben der Tatsache, dass sich die Art hier am Westrand ihrer Verbreitung befindet, also auch mit hohen Lebensraumansprüchen zusammenhängen. Bisher gelangen in unserem Land zwei Brutnachweise im Prättigau GR: 2003 bei Schiers und 2006 bei Jenaz. Ein allfällige Beobachtung müsste aber gut dokumentiert und bei der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission zur Beurteilung eingereicht werden. Am besten informieren Sie das Atlasteam im Verdachtsfall umgehend, damit die weitere Überwachung des Brutplatzes sichergestellt werden kann.

Beobachtungshinweise

Zwergschnäpper-Männchen

Zwergschnäpper-Männchen
Foto: © Christoph Moning

Die Zwergschnäpper treffen bei uns in der Regel erst um Mitte Mai ein, wobei sich offenbar noch bis Mitte Juni neue Individuen einstellen können. Die Männchen singen nach ihrem Eintreffen sehr intensiv und fast pausenlos. Der Gesang ist so laut und eindeutig zu bestimmen, dass in dieser Situation eine Erfassung leicht fällt. Dabei sind die Gesänge von Männchen zu Männchen individuell leicht verschieden.

Sobald die Männchen verpaart sind, lässt die Gesangaktivität aber stark nach. Kontrolliert man ein Gebiet, in welchem Tage vorher ein Zwergschnäpper gesungen hat, so sollte man deshalb während mindestens einer Stunde verweilen. Zudem ist es empfehlenswert, eine zweite Nachkontrolle durchzuführen.

Zwergschnäpper-Weibchen

Zwergschnäpper-Weibchen
Foto: © Beat Rüegger

Eine optische Suche kann recht schwierig sein, weil die Lebensräume dunkel sind und sich die Zwergschnäpper gerne im Kronenbereich aufhalten. Laut und charakteristisch ist dagegen ein bei Erregung geäusserter Ruf – ein an den Zaunkönig erinnerndes „zrrrt…“. Dabei kann sich der Zwergschnäpper offen und nah zeigen und auch die charakteristischen weissen Felder an den Schwanzseiten präsentieren (Flügel- und Schwanzzucken). Gewarnt wird vor allem in der Nähe des Nestes oder von ausgeflogenen Jungen. Die Jungen verlassen das Nest übrigens schon, bevor sie voll flugfähig sind. Sie halten sich in den 2–3 Tagen nach dem Verlassen des Nestes in Bodennähe auf, wo sie auch gefüttert werden. Bei den beiden Bruten in der Schweiz flogen die Jungvögel zwischen Mitte Juni und Anfang Juli aus.

Stimme

Der Gesang des Zwergschnäppers ist hier zu hören (vgl. auch zweites Beispiel). Weitere Rufe sind unter anderem der bei Erregungsruf „zrrrt…“ ähnlich einem Zaunkönig, ein hohes „ziit“ ähnlich einem Grauschnäpper sowie ein „düü-düü“ ähnlich einem Waldlaubsänger. Weitere Beispiele finden sich auf xeno-canto.org.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Zwergschnäpper wie auch für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.