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Ziegenmelker

Lebensraum

Mit seinem graubraun gemusterten Gefieder ist der Ziegenmelker bestens getarnt

Mit seinem graubraun gemusterten Gefieder ist der Ziegenmelker bestens getarnt
Foto: © Jacques Gilliéron

Der dämmerungs- und nachtaktive Ziegenmelker ist seit den Fünfzigerjahren stark zurückgegangen. Heute kommt er nur noch lokal im Wallis, im Tessin und in Graubünden vor. Die in Afrika südlich der Sahara überwinternde Art erscheint ab Anfang Mai wieder bei uns, manchmal bereits Ende April. Die Paare brüten zweimal, und Jungvögel werden manchmal noch bis Ende August gefüttert. Der Wegzug beginnt ab Ende August. Durchzügler können noch bis Oktober festgestellt werden.

Der Ziegenmelker besiedelt trockene und halboffene Wälder, zuwachsende Lichtungen sowie Übergangszonen zwischen Trockenwiesen und Eichen- oder Föhrenwäldern. Nach Holzschlägen oder einem Waldbrand kolonisiert er die ersten Stadien, bevor der Jungwuchs zu dicht wird oder die jungen Bäume höher als 2 m werden. Im Wallis sind Bruten bis gegen 1500 m bekannt.

Trockener und halboffener Lebensraum im Wallis

Trockener und halboffener Lebensraum im Wallis
Foto: © Antoine Sierro

Vom Ziegenmelker besiedelte Waldbrandfläche

Vom Ziegenmelker besiedelte Waldbrandfläche
Foto: © Antoine Sierro

Dank dem rindenfarben gemusterten Tarngefieder ist der Ziegenmelker hervorragend der Umgebung angepasst. Wenn man ihn aufscheucht, fliegt er erst im letzten Moment, weniger als 2 m vom Beobachter entfernt, von einem toten Ast oder einem Stamm auf. Tagsüber sollte aber nicht nach der Art gesucht werden, um brütende Weibchen nicht zu stören.

Beobachtungshinweise

Am besten lässt sich der Ziegenmelker durch seinen Gesang nachweisen, einem lang anhaltenden Schnurren. Eine Verwechslungsgefahr besteht mit dem Gesang der Maulwurfsgrille (Heuschrecken; vgl. auch zweites Beispiel), der zwar ähnlich ist, aber nicht zwischen zwei Tönen wechselt und vom Boden aus vorgetragen wird. Im Flug ausgestossene Rufe wie „ku-ik, ku-ik“ verraten nachts die Anwesenheit des Ziegenmelkers an den Brutplätzen.

Adulte Männchen zeigen weisse Flecken auf den Handschwingen und dem Schwanz, die bei Weibchen und jungen Männchen fehlen

Adulte Männchen zeigen weisse Flecken auf den Handschwingen und dem Schwanz, die bei Weibchen und jungen Männchen fehlen
Foto: © Daniel Magnenat

Die Vögel sind bei ihrer Rückkehr wenig aktiv und die Gesänge sind bis in die dritte Maiwoche noch kurz. Daher sollte der Ziegenmelker vor allem Ende Mai und Anfang Juni während der Balzzeit gesucht werden, und zwar in der Abenddämmerung ab 21.30 h oder im Morgengrauen in der Stunde vor Tagesanbruch. Ideal sind milde, windstille Abende mit geringer Bewölkung. Wenn der Gesang auch bei leicht windigen und bewölkten Bedingungen zu hören ist, dann ist er kurz und wenig intensiv. Einige Gesangsstrophen können nachts irgendwann vorgetragen werden. Die Aktivität wird vom Vollmond oder von den vorangehenden und nachfolgenden Nächten stimuliert.

Anfang Juli singen einige Männchen wieder ausdauernd, wenn die Weibchen das zweite Mal brüten. Der Gesang kann in den Brutrevieren bis Ende August zu hören sein.

Die Suche sollte sich neben den aktuellen Vorkommen vor allem auf jene Regionen konzentrieren, in denen der Ziegenmelker bis in die Fünfzigerjahre verbreitet war: die trockenen Gebiete am Jurasüdfuss, die Umgebung von Genf, das Genferseebecken, die Region des Bielersees und die Föhntäler der Zentralschweiz. Sänger sind besonders an sonnigen Hängen mit Eichen und Föhren zu suchen, und dort vor allem an Kreten mit lückiger Vegetation, auf Holzschlagflächen und in offenen Bereichen infolge eines Sturms oder eines Waldbrands. Der Ziegenmelker bevorzugt Regionen mit mildem Klima, so dass Weinbaugebiete ein erstes Indiz auf ein mögliches Vorkommen sein können.

Stimme

Der Gesang des Ziegenmelkers ist hier zu hören (vgl. auch zweites Beispiel). Auf xeno-canto.org finden sich zahlreiche weitere Beispiele, so auch die Flugrufe und das Flügelknallen und die Alarmrufe.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Ziegenmelker können Sie Antoine Sierro per E-Mail oder telefonisch (079 474 67 12) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.