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Weissrückenspecht

Lebensweise

Frisch ausgeflogener weiblicher Weissrückenspecht

Frisch ausgeflogener weiblicher Weissrückenspecht
Foto: © Ueli Bühler

Lebensraum des Weissrückenspechts sind Laub- und Laubmischwälder mit einem grossen Anteil an abgestorbenen Bäumen (stehend oder liegend). Der Bedarf an Totholz ist deshalb so gross, weil sich diese Spechtart auch im Winter überwiegend von im Holz lebenden Insekten und ihren Larven ernährt.

Der Totholzanteil ist in unseren Wäldern in den letzten 20 Jahren markant gestiegen, so dass die Chance besteht, dass der Weissrückenspecht in der Schweiz allmählich wieder Fuss fasst. In Frage kommen abgelegene und an steilen Hängen stockende Wälder unterhalb von etwa 1400 m, die schon lange nicht mehr forstlich genutzt wurden, oder Naturwaldreservate.

Typischer Lebensraum mit viel Totholz im Frühling

Typischer Lebensraum mit viel Totholz im Frühling
Foto: © Ueli Bühler

Gute Lebensräume werden vom Weissrückenspecht ganzjährig bewohnt. Winterbeobachtungen können daher auf mögliche Brutvorkommen hinweisen. Anderseits ist die Art aber auch ausgesprochen mobil, so dass Wälder auch nur vorübergehend aufgesucht und dann wieder verlassen werden können.

Der Weissrückenspecht lebt unauffälliger und heimlicher als der Buntspecht. Gerne versteckt er sich hinter dem Baum, an dem er sich gerade aufhält und er versteht es meisterhaft, sich davon zu machen, ohne dass man ihn wirklich richtig zu Gesicht bekommt. Deshalb sind Rufe, Trommeln und Klopfgeräusche für das Feststellen dieser Art besonders wichtig. Dabei hält sich der Weissrückenspecht oft im unteren Kronenbereich, im Stammraum oder sogar in Bodennähe (liegendes Totholz, Wurzelstöcke) auf.

Beobachtungshinweise

Grosse Sichtweite vor dem Ausbruch des Laubes erleichtert die Suche

Grosse Sichtweite vor dem Ausbruch des Laubes erleichtert die Suche
Foto: © Ueli Bühler

Auf Störungen reagiert der Weissrückenspecht in der Regel auf grössere Distanz als der Buntspecht. Es ist deshalb vorteilhaft, sich möglichst unauffällig zu bewegen. Vernimmt man in seiner Nähe Weissrückenspechtrufe, so ist Abwarten meist erfolgversprechender als eine forsche Nachsuche. Ist der Specht einmal gestört, so ist ein weiteres Beobachten am betreffenden Ort oft unmöglich. Ausnahmsweise und vor allem in der Nähe der Bruthöhle kann sich ein gestörter Weissrückenspecht allerdings auch ausgesprochen auffällig und laut verhalten.

Wie bei den meisten anderen Spechtarten ist auch beim Weissrückenspecht das Trommeln markant. Am häufigsten wird es in der Vorbrutzeit von Ende Februar bis Mitte April und dann wieder um das Ausfliegen der Jungen herum Ende Mai/Anfang Juni vorgetragen, kann aber grundsätzlich zu jeder Jahreszeit ertönen. Oft wird es zur Kommunikation zwischen den Partnern eines Brutpaares eingesetzt und hört sich dann recht verhalten und leise an. Auf Trommelattrappe kann bei günstigen Bedingungen auch der Weissrückenspecht reagieren. Die Reaktion kann auch nur im Herbeifliegen oder Rufen bestehen. Der Einsatz einer Attrappe macht nur Sinn, wenn man eine mögliche Reaktion ruhig abwartet, weil man sonst einen anfliegenden Specht schon vergrämt, bevor man ihn überhaupt wahrgenommen hat.

Typische Bearbeitungsspur des Weissrückenspechts

Typische Bearbeitungsspur des Weissrückenspechts
Foto: © Ueli Bühler

Vor allem während des Winterhalbjahres hinterlässt der Weissrückenspecht an dürrem Laubholz eine typische Bearbeitungsspur: Die äusserste Holzschicht wird flächig, etwa 1 cm tief, manchmal auch tiefer abgetragen. Auf der bearbeiteten Fläche sind die sehr regelmässig verteilten Spuren der quer zur Stammrichtung geführten Schnabelhiebe zu sehen. Die dabei abgeschlagenen Späne (am Boden darunter suchen) sind nie wesentlich länger als 5 cm. Natürlich wendet der Weissrückenspecht auch andere Techniken an, anderseits ist nicht ganz auszuschliessen, dass eventuell auch andere Spechtarten Bäume in der gleichen Art bearbeiten. In Nordbünden hat sich das Registrieren der beschriebenen Bearbeitungsspur bei der Suche nach Weissrückenspechten aber bewährt.

Die Bruthöhle befindet sich immer in vollständig totem Holz, häufig in Dürrständern, ab und zu aber auch in einem abgestorbenen starken Steilast oder im Stumpf eines abgebrochenen Stammzwiesels. Der Durchmesser des Holzkörpers misst bei der Bruthöhle in der Regel zwischen 20 und 30 cm. Das Einflugloch ist etwas grösser als beim Buntspecht. In der Regel wird jedes Jahr eine neue Bruthöhle gezimmert. Die Bettelrufe der Jungspechte sind wesentlich leiser als beim Buntspecht.

Stimme

Auf xeno-canto.org finden sich zahlreiche Beispiele, so auch die typischen gügg-Rufe (vgl. auch zweites und drittes Beispiel) und das Trommeln (vgl. auch zweites Beispiel). Die Rufe eines warnenden Weissrückenspechts sind hier zu hören.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Weissrückenspecht wie auch für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.