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Waldschnepfe

Lebensweise und Balz

Waldschnepfe

Waldschnepfe
Foto: © Michel Muriset

Die Waldschnepfe bewohnt grossflächige Wälder mit feuchten Böden, die reich an Regenwürmern sind. Sie ist im Jura und in den nördlichen Voralpen noch regelmässig vertreten, im Mittelland ist sie selten geworden. Wegen der heimlichen Lebensweise ist die Waldschnepfe so schwierig zu finden wie kaum eine andere Vogelart. Das liegt vor allem daran, dass sie in der Nacht aktiv ist. Nur zur Balzzeit im Frühjahr ist sie einfach zu beobachten. Die Männchen vollführen in der Abend- und Morgendämmerung von April bis in den Juli ihre Balzflüge. Dabei fliegen sie ungefähr in Baumhöhe oder etwas höher und stossen dabei ihre typischen Balzrufe aus. Das erste Element nennt man „Quorren“. Es klingt tief und sonor und hat Ähnlichkeit mit dem Quaken eines Frosches. Das zweite Element heisst „Puitzen“ und ist ein sehr hochfrequenter, scharfer, doppelter Pfiff. Es kommt auch vor, dass balzende Schnepfenmännchen quorren, ohne zu puitzen, und umgekehrt.

Tipps zum Beobachten

Balzende Waldschnepfe

Balzende Waldschnepfe
Foto: © François Estoppey

Die Waldschnepfe ist ein Zugvogel, und die Männchen können auch während des Zuges balzen. Um ansässige Schnepfen zu erfassen, sollten Sie daher erst ab der zweiten Maiwoche mit der Suche beginnen. Die Beobachtung selbst ist einfach: Die ersten Männchen beginnen ihren Balzflug in der Regel kurz bevor die letzte Singdrossel ihren Gesang beendet. Wichtig ist möglichst trockenes Wetter ohne Wind. Setzen Sie sich also etwa 45 Minuten vor Beginn der Dunkelheit an einen Waldrand, an den Rand einer Lichtung oder einer Sturmschadenfläche. Dann heisst es horchen und aufmerksam spähen. Wenn die Art anwesend ist, soll die Anzahl Vögel notiert und später in ornitho.ch gemeldet werden, wenn möglich punktgenau. Nach 2 h können Sie den Beobachtungsplatz verlassen, spätestens um 23 Uhr.

Optimal ist es, wenn Sie dieselbe Stelle einige Wochen später nochmals kontrollieren können, egal ob Sie die Art beim ersten Mal nachgewiesen haben oder nicht. Diese zweite Runde sollte spätestens bis Mitte Juli erfolgen. Zu beachten ist dann, dass die Dunkelheit noch später beginnt als im Mai. Beispielsweise dauert die Balz an guten Stellen Mitte Mai von 20.25 bis 22.10 Uhr und Mitte Juni von 20.30 Uhr bis 22.35 Uhr.

Die morgendliche Balz gibt ebenfalls einen guten Bruthinweis. Doch sind die Vögel um diese Tageszeit weniger aktiv, weshalb die Zahl der Kontakte geringer ist.

Stimme

Die Balz der Walschnepfe ist hier zu hören. Weitere Beispiele finden sich auf xeno-canto.org.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zur Waldschnepfe können Sie Michael Lanz per E-Mail oder telefonisch (041 462 97 42) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.