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Waldohreule

Lebensraum

Lebensraum der Waldohreule in den Bergen

Lebensraum der Waldohreule in den Bergen
Foto: © Niklaus Zbinden

Lebensraum der Waldohreule im Flachland

Lebensraum der Waldohreule im Flachland
Foto: © Simon Birrer

Die Waldohreule bewohnt eine breite Palette verschiedener Lebensräume. Allen gemeinsam ist eine Kombination von geeigneten Brutplätzen in Hecken oder Waldrändern sowie (halb-)offenen Jagdgebieten in unmittelbarer Nähe. Waldohreulen brüten bevorzugt in alten Krähennestern auf Nadelbäumen.

Die Waldohreule kann vom Tiefland bis zur Waldgrenze vorkommen, wobei sie im Tiefland am häufigsten ist. Die grösste Wahrscheinlichkeit eine Waldohreule anzutreffen, liegt in den offenen, landwirtschaftlichen Ebenen, in denen kleinere Wälder, einzelne Feldgehölze oder grosse Baumhecken vorhanden sind.

Weiter brütet die Waldohreule auch im Waldrandbereich, hier ebenfalls bevorzugt an Stellen mit Nadelbäumen. In neuerer Zeit kommen zunehmend auch Bruten im Siedlungsgebiet vor. Selten besiedelt die Waldohreule auch grosse Kahlflächen im Wald (Windwürfe). Ansonsten meidet sie aber geschlossene Wälder.

Je nach Mäusegradationen und Winterhärte zeigt die Waldohreule starke Bestandsschwankungen. Daher sollte in mehr als einem Jahr kontrolliert werden, ob Bettelrufe von Jungen zu hören sind, weil ein Grossteil der Population in einzelnen Jahren unter Umständen gar nicht brütet.

Beobachtungshinweise

Ästling der Waldohreule

Ästling der Waldohreule
Foto: © Ralf und Gordana Kistowski

Am einfachsten kann die Waldohreule mittels der Bettelrufe der Junge nachgewiesen werden. Jungvögel verlassen den Horst vorzeitig, bevor sie fliegen können und sitzen dann auf den Bäumen in der Umgebung des Horstes herum (sog. Ästlinge). Sie betteln ab der Abenddämmerung laut und mehr oder weniger ununterbrochen die ganze Nacht. Die Bettelrufe sind nachts unverkennbar und über 500 m weit zu hören (bei ganz kleinen Ästlingen weniger). Am Tag können Rufe junger Sperber zu Verwechslungen führen.

Zur Kontrolle auf Bettelrufe können geeignete Lebensräume im Juni und Juli am einfachsten mit dem Fahrrad untersucht werden. Dabei sollte alle 700 m ein Hörstopp von 2–3 min eingeschaltet werden. Falls mit dem Auto kartiert wird, sollten die Stopps länger dauern, damit sich das Gehör an die Stille gewöhnt und auch weit entfernte Jungeulen gehört werden können.

Ebenfalls geeignet als Nachweismethode sind Balzrufe von Altvögeln. Der Balzruf des Männchens ist ein „huu“ etwa alle 2 s, der oft über lange Zeit vorgetragen wird. Je nach Situation ist der Balzruf mindestens 200 m hörbar, manchmal auch 500 m bis gegen 1 km. Die Nestrufe des Weibchens sind ähnlich wie jene des Männchens, aber etwas nasaler oder „summend“. Diese werden aus dem Nest oder dessen Nähe ausgestossen und sind oft nur 60–100 m zu vernehmen.

Waldohreule im Flug

Waldohreule im Flug
Foto: © Christian Fosserat

Bei beiden Geschlechtern kommt in der Luft über dem offenen Feld oder über dem Wald auch 3–10-maliges Flügelklatschen vor. Die einzelnen Klatschlaute ertönen im Abstand von etwa 1 s.

Nachweise zur Balzzeit sind am besten in ruhigen Nächten zwischen Anfang März bis Ende April zu erbringen. Dazu können geeignete Lebensräume mit dem Fahrrad oder zu Fuss kontrolliert werden. Alle 400 m sollte ein Hörstopp von 2–3 min gemacht werden. Ist nach 3 min kein Kontakt zustande gekommen, imitiert man das Flügelklatschen, indem man mit der Hand auf den Oberschenkel schlägt, und zwar 4–5 Schläge im Sekundenabstand. Manchmal beginnen nach kurzer Zeit auch die Eulen mit dem Klatschen, Weibchen antworten oft auch mit dem Nestruf. Wenn nach 2–3 min keine Reaktion auf das Klatschen vernommen wird, kann eine Klangattrappe eingesetzt werden. Ihre Verwendung ist jedoch auf das nötige Minimum zu beschränken, um die Vögel nicht unnötig zu stören. Es reicht 3–4 Balzrufe des Männchens abzuspielen oder zu imitieren und dann 30 s zu warten. Reagiert die Eule nicht in dieser Zeit, kann das Vorgehen ein- bis zweimal wiederholt werden. Am Schluss sollte man nochmals 3 min vor Ort warten. Reaktionen von Eulen erst nach dieser Zeit sind selten.

Waldohreule auf einem Jagdposten

Waldohreule auf einem Jagdposten
Foto: © Dietmar Nill

Vorsicht ist bei Vögeln an Schlafplätzen geboten, denn diese dürfen höchstens mit Atlascode 1 notiert werden und zählen keinesfalls für den Atlas. Schlafplätze werden zwischen Oktober und Mitte März sowie nach der Brutzeit aufgesucht. Meist versammeln sich mehrere Individuen an den Plätzen. Sie befinden sich oft an windgeschützter, sonniger Lage, beispielsweise an Waldrändern, in Hecken, auf Friedhöfen oder in Parkanlagen. Gelegentlich können auch Paare den Schlafplatz aufsuchen, so dass bekannte Schlafplätze bis in die Anpaarungsphase verfolgt werden sollten.

Stimme

Der Gesang der Waldohreule ist hier zu hören (vgl. auch zweites Beispiel). Das Flügelklatschen und später die nasalen Nestrufe des Weibchens sind hier abrufbar. Die fiependen Bettelrufe der Jungvögel, ein zweisilbiges, lang gezogenes und klagendes „pii-ich“, werden die ganze Nacht geäussert (vgl. auch zweites Beispiel). Die Alarmrufe sind ein recht impulsives, krächzendes „wräck, wräck, wräck“. Weitere Beispiele finden sich auf xeno-canto.org.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zur Waldohreule können Sie Simon Birrer per E-Mail oder telefonisch (041 462 97 38) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.