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Wachtelkönig

Lebensraum

Der Wachtelkönig bevorzugt abwechslungsreiche und hochwüchsige Wiesen, die ihm genügend Deckung bieten

Der Wachtelkönig bevorzugt abwechslungsreiche und hochwüchsige Wiesen, die ihm genügend Deckung bieten
Foto: © SVS/BirdLife Schweiz

Der Wachtelkönig gehört heute zu den seltensten Brutvogelarten der Schweiz. Im Rahmen des Artenförderungsprogramms des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz und der Schweizerischen Vogelwarte mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt werden jährlich 20–40 Vögel zur Brutzeit registriert. Der Bestand schwankt aber sehr stark.

Die wichtigsten Gebiete befinden sich im Unterengadin GR, im Neuenburger und Waadtländer Jura, in der Surselva GR, im Kaltbrunner Riet SG und anderen ähnlichen Schutzgebieten im Mittelland sowie im grenznahen Ausland im Lauteracher Ried A, im Bangser Ried A und im Ruggeller Riet FL.

Der Wachtelkönig benötigt vielfältige, extensiv genutzte Mähwiesen mit gutem Nahrungsangebot. Ab etwa 30 cm Vegetationshöhe bietet eine Wiese genügend Deckung von oben. Die Wiese darf aber auch nicht zu dicht sein, sondern muss ausreichend Bewegungsfreiheit geben. Diese Bedingungen sind in höheren Lagen erst in der zweiten Hälfte der Brutsaison gegeben, wenn das Gras ausreichend hoch gewachsen ist.

Beobachtungshinweise

Wachtelkönig-Männchen

Wachtelkönig-Männchen
Foto: © Emile Barbelette

Wachtelkönige rufen vor allem nachts zwischen 22 und 6 Uhr, die Hauptrufzeit liegt zwischen 23 und 3 Uhr. Für die Kontrolle von geeigneten Lebensräumen werden die Gebiete befahren oder begangen und alle 500 m ein Stopp eingelegt, um 10 Min. lang nach dem Ruf des Wachtelkönigs zu horchen. Der hölzern schnarrende Doppellaut „ärrp-ärrp“ ist sehr laut und deswegen bei guten Bedingungen über 1 km weit hörbar.

Unverpaarte Männchen rufen stundenlang praktisch ohne Pausen – zumindest bei gutem Wetter. Haben die Männchen eine Partnerin gefunden, wird die Gesangsaktivität in der Nacht meist etwas reduziert, dafür sind tagsüber vermehrt Einzelrufe zu hören. Wird ein Gebiet nur einmal begangen, ist die Chance gross, verpaarte, wenig rufaktive Männchen und somit auch Bruten zu verpassen. Nach Möglichkeit sollte daher eine Begehung pro Woche stattfinden, um allfällige Beobachtungen besser einordnen und um abschätzen zu können, ob es sich um eine mögliche, wahrscheinliche oder sichere Brut gehandelt hat.

In den tieferen Lagen eignet sich dafür der Zeitraum von Mai bis Anfang Juni, in den Lagen auf über 1000 m von Anfang Juni bis Mitte Juli. Für den Zeitpunkt wichtig ist die Wuchshöhe des Grases bzw. das Vorhandensein von noch ungemähten Wiesen. Klangattrappen können die Chance erhöhen, verpaarte, stillere Männchen zu finden. Allerdings sollen sie nur zurückhaltend eingesetzt werden.

Der Einachsmotormäher fordert kaum Verluste. Zusätzlich achtet ein Beobachter vor dem Motormäher auf sich duckende Wachtelkönige

Der Einachsmotormäher fordert kaum Verluste. Zusätzlich achtet ein Beobachter vor dem Motormäher auf sich duckende Wachtelkönige
Foto: © Lionel Maumary

Die Bruten laufen in der hohen Vegetation versteckt und weitgehend lautlos ab. Nachdem das Weibchen die Eier gelegt hat und mit der Brut beginnt, verlässt das Männchen das Revier und sucht sich gegebenenfalls einen anderen Rufplatz für eine zweite Brut. Da die Weibchen im Normalfall nicht singen, wird es zu diesem Zeitpunkt still in der Wiese. Dies macht den Nachweis von Bruten extrem schwierig. Mit viel Glück können während der kurzen Führungszeit die sehr leisen Kontaktrufe des Weibchens oder der Jungtiere gehört werden oder es gelingen Sichtbeobachtungen. Die Küken sind übrigens ganz schwarz gefärbt.

Wichtig ist, dass Sie auf ornitho.ch jeden zwischen 1. Mai und 15. August gesehenen oder gehörten Wachtelkönig umgehend melden. Bitte machen Sie die Meldung möglichst punktgenau. So kann der SVS/BirdLife Schweiz eingreifen und das Gespräch mit den zuständigen Bewirtschaftern suchen. Bleibt der Rufer über mindestens fünf Nächte am selben Rufplatz, wird mit einem Mahdaufschub versucht, den Vögeln eine Brutmöglichkeit zu bieten.

Stimme

Der Ruf des Wachtelkönigs ist hier zu hören. Weitere Beispiele finden sich auf xeno-canto.org, so auch die Rufe des Weibchens.

Weitere Informationen und Kontaktadressen

Auf der Website des SVS/BirdLife Schweiz können Sie das Artenförderungs-Merkblatt Wachtelkönig herunterladen.

Für spezielle Fragen zum Wachtelkönig können Sie Hans Schmid per E-Mail oder telefonisch (041 462 97 26) bzw. Eva Inderwildi per E-Mail oder telefonisch (044 457 70 27) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.