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Sperlingskauz

Lebensraum

Strukturreicher Wald, der für den Sperlingskauz geeignet ist

Strukturreicher Wald, der für den Sperlingskauz geeignet ist
Foto: © Niklaus Zbinden

Besiedelt werden grosse, alte Nadel- oder Mischwälder

Besiedelt werden grosse, alte Nadel- oder Mischwälder
Foto: © Pierre Henrioux

Der Sperlingskauz kommt in der Schweiz in Wäldern der montanen und subalpinen Stufe der Alpen, der Voralpen und des Juras vor. Die Höhenverbreitung erstreckt sich von etwa 1000 m (z.T. sogar 800 m) bis zur Waldgrenze, mit einem Maximum zwischen 1200 und 1800 m. Der Sperlingskauz bevorzugt reich strukturierte, grosse, alte Nadelwälder und Tannen-Buchenwälder und ist an Nadelbäume (Tannen, Fichten, Lärchen, Arven) gebunden. Die Reviere finden sich meist in wenig dichten Wäldern, die eine reiche Bodenvegetation sowie alte und tote Bäume aufweisen. Zur Jagd benutzt der Sperlingskauz offene Stellen wie Lichtungen, Waldweiden, Sumpfflächen, Schneisen und Jungwuchsflächen oder sogar Waldwege.

Der Sperlingskauz brütet vor allem in alten Höhlen von Bunt- und Dreizehenspecht. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Nester bevorzugt in nicht allein stehenden Bäumen befinden, um die rund 20 m breite, dichte, busch- bis strauchartige Verjüngungsflächen liegen. Ausnahmsweise brütet der Sperlingskauz in Laubbäumen oder in Nistkästen.

Beobachtungshinweise

Sperlingskauz

Sperlingskauz
Foto: © Jean-Daniel Henrioux

Am ehesten lässt sich der tag- und dämmerungsaktive Sperlingskauz durch den etwa 500 m weit hörbaren Gesang feststellen, der von Januar bis Mitte Juni oft in der Nähe des Horstbaums vorgetragen wird. Der Herbstgesang ist ebenfalls ein erster Hinweis auf die Anwesenheit der Art, gilt allein aber nicht als gültiger Nachweis für den Atlas; deshalb sollte im folgenden Frühling eine Kontrolle stattfinden.

Die Erfassung von Sängern kann in mittleren Lagen schon im Januar und Februar beginnen, wenn es die Wetterbedingungen zulassen, meist aber von März bis Juni. Für den Atlas wurde das Stichdatum auf den 1. März gelegt. Daher sollten Beobachtungen vom Herbst oder vom Januar und Februar wenn möglich ab März bestätigt werden. Die Suche erfolgt zu Fuss oder mit dem Auto zwischen dem Sonnenuntergang und dem Beginn der Dunkelheit. Etwa jeden Kilometer sollte ein Hörstopp von 5 min eingelegt werden. Gewöhnlich reagiert der Sperlingskaut gut auf Imitationen seines Gesangs (Lockpfeife, Klangattrappe). Diese Methode ist jedoch auf das absolut nötige Minimum zu beschränken. Kleinvögel wie Meisen und Baumläufer reagieren auf den Gesang mit Hassen. Diese Reaktion ist ein gutes Indiz für die Anwesenheit der Art, genügen allein aber nicht als Nachweis. Auch tagsüber sind Sänger gelegentlich zu hören.

Im April und Mai können manchmal auch Nester lokalisiert werden, wenn die beiden Vögel bei der Beuteübergabe durch das Männchen rufen. Von Ende Mai bis Mitte Juli kann man gelegentlich durch die hohen Rufe frisch ausgeflogener Jungen auf eine Brut stossen.

Stimme

Der im Frühling vorgetragene Reviergesang ist ein weiches, monotones, in 10 s etwa 5–10-mal wiederholtes Pfeifen wie „diü“ ähnlich dem Ruf des Gimpels oder dem Gesang der Zwergohreule (vgl. auch zweites Beispiel). Der deutlich verschiedene Herbstgesang ist die „Tonleiter“, eine Serie von 7–12 scharfen, ansteigenden Pfeiftönen. Die feinen Bettelrufe der Jungen, die an eine Amsel oder ein Rotkehlchen erinnern, sind hier zu hören. Auf xeno-canto.org finden sich zahlreiche weitere Beispiele.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Sperlingskauz können Sie Pierre Henrioux per E-Mail oder telefonisch (079 237 42 61) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.