Feldarbeit abgeschlossen

Aktuelles

Abschluss der Feldarbeiten
Weiter

Mitmachen

Melden auf ornitho.ch
Weiter

Methode

Einteilung der Arten
Weiter

Raufusskauz

Lebensraum

Hochmontane Buchenwälder als Lebensraum des Raufusskauzes im Jura

Hochmontane Buchenwälder als Lebensraum des Raufusskauzes im Jura
Foto: © Pierre-Alain Ravussin

Der Raufusskauz kommt im Jura, in den Voralpen und den Alpen meist oberhalb von 1000 m vor. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Jura zwischen 1000 und 1400 m und in den Alpen zwischen 1200 und 1900 m. Der Raufusskauz kann in Abhängigkeit von der Grösse der Kleinsäugerpopulationen auch in tieferen Lagen brüten.

Für die Brut ist er weitgehend auf Schwarzspechthöhlen angewiesen. Dementsprechend brütet er im Jura vorwiegend in alten Buchen. Typischerweise sind geeignete Nistbäume nicht gleichmässig über die Fläche verteilt, sondern inselartig geklumpt, so dass sich unter Umständen mehrere Bruten auf engem Raum finden lassen. In den Voralpen und Alpen nistet der Raufusskauz mehrheitlich in Nadelbäumen.

Der Raufusskauz nimmt gerne Nistkästen an. Dadurch ist er auch in anderen Waldtypen anzutreffen, selbst auf bestockten Weiden, sofern sie geeignete Nistmöglichkeiten bieten.

 

Stimme und Brutverhalten

Die Männchen singen in der unmittelbaren Nähe oder sogar innerhalb der gewählten Bruthöhlen. Der Reviergesang ist eine etwa 2–3 s dauernde schnelle Serie von 6–12 weichen „po“-Elementen (vgl. auch zweites und drittes Beispiel). In ruhigen Nächten ist der Gesang über 1 km weit zu hören. Singende Männchen können mit Atlascode 3 gemeldet werden. Vorsicht ist geboten bei gewissen Gesängen des Waldkauzes, die jenem des Raufusskauzes sehr ähnlich sein können.

Raufusskauz

Raufusskauz
Foto: © Marcel Burkhardt

Die Tonhöhe, die Zahl der Elemente pro Strophe und das Tempo unterscheiden sich von Männchen zu Männchen leicht, was oft eine individuelle Erkennung ermöglicht. Wenn sich ein Weibchen einer Höhle nähert, äussert das Männchen einen sanften, über mehrere Minuten pausenlos vibrierenden „u“-Triller in hoher Intensität. Dieser sogenannte „Zeige-Roller“ (vgl. auch zweites Beispiel) wird nur in Anwesenheit eines Weibchens vorgetragen. Ein solcher Sänger kann daher je nach der Art der Beobachtung mit Atlascode 4–7 gemeldet werden.

Das Weibchen besucht in der Folge die Höhle, wo das Männchen eine Beute deponiert hat. Es kann pro Nacht mehrere Höhlen aufsuchen, bevor sie sich entscheidet, oder andernorts nach einem anderen Partner suchen. Wenn die Höhle ausgewählt ist, kann sie vor der Eiablage oder kurz vor dem Legebeginn mehrere Stunden im Einflugloch verbringen. Aber sobald die Bebrütung beginnt, verlässt das Weibchen die Eier nicht mehr und bleibt in der Bruthöhle verborgen.

Im Sommer und Herbst ist der häufigste Ruf ein kurzes, scharfes und peitschendes „zjuck“.

Beobachtungshinweise

Am besten lassen sich singende Männchen nachweisen. Der Gesang ist in günstigen Jahren schon im Januar zu hören, bei schlechten Bedingungen aber nicht vor Ende Februar und März. Für den Atlas wurde das Stichdatum auf den 1. Februar gelegt. Daher sollten Januarbeobachtungen wenn möglich ab Februar bestätigt werden, damit sie für den Atlas zählen.

Ästlinge des Raufusskauzes sind einfarbig schokoladenbraun

Ästlinge des Raufusskauzes sind einfarbig schokoladenbraun
Foto: © Dinah Saluz

Die genaue Lokalisierung des Sängers ist entscheidend, um allenfalls die Bruthöhle zu finden. Dies erfordert oft den Einsatz von Tourenski oder Schneeschuhen. Für die Nestersuche muss man tagsüber die dicken Baumstämme sorgfältig nach Schwarzspechthöhlen absuchen. Wenn ein möglicher Brutbaum gefunden wurde, kann man durch Kratzen am Stamm überprüfen, ob die Höhle tatsächlich von einem Raufusskauz bewohnt ist. Das brütende Weibchen erscheint nämlich beim geringsten Kontakt eines Gegenstands mit dem Stamm des Brutbaums im Flugloch, um nach der Störquelle zu schauen. Diese Reaktion ist auf den Baummarder abgestimmt, dem grössten Feind des Raufusskauzes. Damit kann die Brut bestätigt werden und solche Beobachtungen können mit Atlascode 14 (= Altvögel verlassen oder suchen einen Nestplatz auf …) gemeldet werden.

Diese Methode ist auf das absolut nötige Minimum zu beschränken. Das wiederholte Kratzen kann Raubfeinde anlocken und das brütende Weibchen kann nicht mehr darauf reagieren, besonders während des Schlüpfens der Jungen, wenn sie ihre Eier und Jungen nur ausnahmsweise verlässt. Die Bettelrufe der Jungen klingen dünn und abrupt „ksi“.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Raufusskauz können Sie Pierre-Alain Ravussin per E-Mail oder telefonisch (079 427 18 75) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.