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Mittelspecht

Lebensraum

Geeigneter Lebensraum des Mittelspechts

Geeigneter Lebensraum des Mittelspechts
Foto: © Gilberto Pasinelli

Der typische Lebensraum sind Laubwälder mit alten grobborkigen Bäumen wie z.B. Eichenwälder und Auenwälder. Geeignet sind Wälder mit mindestens 10 grösseren Eichen pro ha. Die meisten besiedelten Wälder weisen eine Mindestgrösse von 5–10 ha auf. Kleine, isolierte Wälder sind kaum je besiedelt, während eine gleich grosse Eichenwaldfläche, die von Laubwald oder von Hochstammobstgärten umgeben ist, durchaus als potenzieller Lebensraum dienen kann. Auch vergleichsweise eichenarme Laubwälder werden gelegentlich besiedelt, z.B. alte Buchenwälder mit grobrissigen Buchen oder Wälder mit einem hohen Anteil an stehendem Totholz.

Stimme

Die häufigste Lautäusserung ist die „kickickick“-Rufreihe. Sie kann praktisch während des ganzen Jahres gehört werden. Sie wird bei Revierstreitigkeiten geäussert.

Die andere auffällige Lautäusserung des Mittelspechts ist das „Quäken“, das in unterschiedlich langen Serien von Februar (bei warmem Winterwetter gelegentlich auch früher) bis Anfang Mai vernommen werden kann. Das Quäken ist der „Balzgesang“ des Mittelspechts und wird von beiden Geschlechtern geäussert. Verpaarte Mittelspechte quäken kaum mehr. Vögel, die Ende April noch intensiv quäken, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit unverpaart.

Die „kickickick“-Rufreihe des Mittelspechts ist hier zu hören. Auf xeno-canto.org finden sich zahlreiche weitere Beispiele, so auch das typische Quäken und das Betteln frisch ausgeflogener Jungvögel.

Beobachtungshinweise

Zur Nahrungssuche werden alte grobborkige Bäume bevorzugt

Zur Nahrungssuche werden alte grobborkige Bäume bevorzugt
Foto: © Marcel Burkhardt

An warmen Frühlingstagen (Februar bis April) können Mittelspechte sehr rufaktiv sein, wobei die Rufaktivität am Morgen am höchsten ist. Ansonsten ist der Mittelspecht eher unauffällig. Nach dem Laubaustrieb sind Mittelspechte schwierig zu beobachten.

Die Art kann von Februar bis Ende April relativ einfach mit einer Klangattrappe nachgewiesen werden. Ihre Verwendung ist jedoch auf das nötige Minimum zu beschränken, um die Vögel nicht unnötig zu stören. Mittelspechte reagieren manchmal sehr stark und manchmal fast nicht wahrnehmbar auf die Klangattrappe. Diese sollte bei ungünstigen Bedingungen wie starkem Wind und Regen sowie tiefen Temperaturen nicht eingesetzt werden.

Von Mitte Mai bis Mitte Juni kann nach aktiven Bruthöhlen gesucht werden. Diese befinden sich oft in unmittelbarer Nähe von grossen Pilzkörpern an Stämmen oder Ästen von gesunden, absterbenden oder toten Bäumen. Eine Präferenz für Baumarten besteht nicht, wichtiger ist das Vorhandensein von relativ weichem Holz, worin die Bruthöhle geschlagen wird. Späne am Stamm, auf dicken Ästen oder am Stammfuss können auf eine frisch gezimmerte und aktive Höhle hinweisen.

Das Betteln der Nestlinge ist viel leiser als jenes beim Buntspecht. Die akustische Lokalisierung gelingt deshalb am besten in den letzten Tagen der Nestlingszeit, wenn die Bettelrufe der Jungen nach und nach in die kick-Rufreihe übergehen. Solche weit fortgeschrittenen Bruten sind ab Mitte Mai häufig.

Auf der Website des SVS/BirdLife Schweiz können Sie eine Anleitung für die Kartierung von Mittelspechten herunterladen.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Mittelspecht können Sie Gilberto Pasinelli per E-Mail oder telefonisch (041 462 97 58) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.