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Mittelmeermöwe

Verbreitung und Lebensweise

Etwa 3 Wochen alte Küken der Mittelmeermöwe

Etwa 3 Wochen alte Küken der Mittelmeermöwe
Foto: © Robin Séchaud

Brut eines Paares auf einem Seezeichen

Brut eines Paares auf einem Seezeichen
Foto: © Stephan Trösch

Die Mittelmeermöwe brütet seit 1968 regelmässig in der Schweiz. Anfangs war die Verbreitung auf die westliche Landeshälfte konzentriert. Seit Mitte der Neunzigerjahre gibt es auch immer mehr Bruten in der Deutschschweiz und im Tessin.

Die meisten Paare brüten an Seen und zunehmend auch an Flüssen auf Inseln, Plattformen, Flössen, Felsblöcken oder Dämmen. Seit der ersten Brut auf dem Dach eines Gebäudes 1987 wird auch dieser Nistplatztyp immer häufiger benutzt. In den letzten Jahren gab es Gebäudebruten an folgenden Orten: Versoix GE, Vevey VD, Yverdon VD, Neuenburg, Würenlingen AG, Zug, Luzern, Brissago TI und Magadino TI.

Standort der ersten Felsbrut der Mittelmeermöwe in der Schweiz

Standort der ersten Felsbrut der Mittelmeermöwe in der Schweiz
Foto: © Michel Beaud

Dachbrut der Mittelmeermöwe in Yverdon

Dachbrut der Mittelmeermöwe in Yverdon
Foto: © Michel Muriset

Die Anpassungsfähigkeit der Mittelmeermöwe befähigt sie auch, selbst an ungewöhnlichen Orten wie Pfählen, Molen, Felsen oder einer leerer Zierschale auf einer Mauer zu brüten. 2012 wurde an einem schon früher besiedelten Uferabschnitt des Genfersees bei Mies VD auf einer Schwarz-Föhre, wahrscheinlich in einem alten Rabenkrähennest, die erste Baumbrut gefunden. Und 2013 wurde am Schiffenensee FR die erste Felsbrut entdeckt. Das Nest befand sich in einem alten Wanderfalkenhorst.

Beobachtungshinweise

Standort der ersten Baumbrut der Mittelmeermöwe in der Schweiz

Standort der ersten Baumbrut der Mittelmeermöwe in der Schweiz
Foto: © Hubert Du Plessix

Die Eier werden bei uns in der Regel zwischen April und Anfang Juni gelegt, vor allem in der zweiten Aprilhälfte. Die Brutdauer beträgt 27–31 Tage, beide Partner brüten abwechslungsweise. Die Jungen sind mit 5–6 Wochen flugfähig.

Zwischen Anfang April und Ende Mai sollten verdächtige Paare an Gewässern besonders aufmerksam verfolgt werden, vor allem an möglichen neuen Brutorten. In Städten sollte versucht werden, von einem erhöhten Standort aus allfällige installierte Paare zu entdecken. Kontrollieren Sie den Standort innerhalb von 1–2 Wochen nochmals. Achten Sie vor allem auch auf die Bettelrufe der Jungen. Verdächtig können auch in Bäumen oder auf Felsen landende Mittelmeermöwen sein. Auch hier ist ein späterer Besuch unbedingt angezeigt.

Damit eine Meldung der Mittelmeermöwe für den Atlas zählt, ist ein begründeter Brutverdacht nötig. Der minimale Atlascode muss also 7 (= Altvogel sucht einen wahrscheinlichen Nestplatz auf) sein. Setzen Sie diesen Atlascode aber mit einer gewissen Vorsicht: Nicht jede auf einem Dach sitzende Mittelmeermöwe brütet auch. Anzustreben ist daher unbedingt ein sicherer Nachweis (d.h. Atlascode mindestens 11). Kontrollieren Sie diesen Platz also einige Tage später nochmals. Hilfreich sind in jedem Fall ergänzende Bemerkungen, z.B. zur Anzahl Brutpaare, Nester oder Jungvögel.

Stimme

Die Rufe der Mittelmeermöwe sind hier zu hören. Auffällig sind auch die Bettelrufe der Jungen. Weitere Beispiele finden sich auf xeno-canto.org.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zur Mittelmeermöwe können Sie Claudia Müller per E-Mail oder telefonisch (041 462 97 64) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.