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Mauersegler

Lebensweise

Mauersegler

Mauersegler
Foto: © Daniele Occhicato

Der Mauersegler brütet wie die Mehlschwalbe vor allem in Siedlungen und wird seit 2010 auf der Roten Liste der bedrohten Arten als potenziell gefährdet eingestuft. Seine Nistplätze geraten bei Renovationen zunehmend unter Druck und bei Neubauten entstehen kaum weitere Angebote.

Um Mauersegler und Mehlschwalbe besser schützen zu können, ist es vor allem wichtig, die Standorte der grösseren Kolonien zu kennen. Paradoxerweise liegen zurzeit nicht genügend Daten über die Standorte und den Zustand von Mauerseglerkolonien in den verschiedenen Regionen der Schweiz vor, obwohl der Mauersegler in unmittelbarer Nähe von Menschen lebt. Deshalb möchten wir versuchen, alle Kolonien mit 10 oder mehr Brutpaaren zu erfassen. Dieses Ziel könnte für den einen oder andern Atlasquadrat-Verantwortlichen eine grössere Herausforderung darstellen. Deshalb sollte man versuchen, möglichst viele Hobbyornithologen und Naturinteressierte (z.B. einen Natur- und Vogelschutzverein) in der Region als Helfer zu gewinnen und schon bestehendes Wissen abzuholen.

Hinweise zum Erfassen des Brutbestands

Für den Atlas haben wir eine Kolonie so definiert, dass sich alle Nester am selben Gebäude befinden sollten. Diese Definition ist bezüglich der Biologie der Art zwar nicht ganz zufriedenstellend, aber einfach zu handhaben. In speziellen Fällen können auch zwei benachbarte Häuser als Kolonie bezeichnet werden, wenn ein offensichtlicher Zusammenhang besteht. In diesem Fall wären wir um eine entsprechende Bemerkung dankbar. Sollten in einem Weiler überall einige Mauerseglernester zu finden und dadurch die Eingabe über ornitho.ch etwas mühsam sein, kann ausnahmsweise auch eine Meldung über das ganze Kilometerquadrat gemacht werden. Auch hier sind wir wiederum froh um erklärende Hinweise in den Bemerkungen.

Mauersegler an einem Anflugloch

Mauersegler an einem Anflugloch
Foto: © Mathias Schäf

Das Abschätzen der Anzahl Brutpaare in Mauerseglerkolonien ist anspruchsvoll. Selbst Kolonien, in denen nur in Nistkästen gebrütet wird, können viel Zeit erfordern, um herauszufinden, welche Nistkästen tatsächlich besetzt sind und welche nicht. Zudem müssen alle Siedlungen nach Mauerseglerkolonien abgesucht werden.

In Siedlungen können Brutstandorte mit etlichen Paaren relativ einfach gefunden werden: An schönen Tagen fliegen die Mauersegler häufig laut rufend um ihre Brutgebäude. Zählt man die Anzahl Mauersegler, die an diesen Flügen beteiligt sind und teilt diese Zahl durch zwei, hat man eine erste Schätzung der Anzahl Brutpaare für ein Gebäude. Dabei ist darauf zu achten, dass kurzzeitig mitfliegende Mauersegler aus benachbarten Kolonien nicht mitgezählt werden. Zwar werden diese Flugspektakel eher von Jungvögeln ausgeführt, während adulte Mauersegler häufiger in grösserer Distanz jagen – als erste indirekte Schätzung taugt diese Methode trotzdem.

Eine direkte Schätzung der vorhandenen Brutpaare bedingt eine zeitintensivere, genaue Beobachtung eines Gebäudes. Im Gegensatz zum Alpensegler wird beim Mauersegler ein Anflugloch immer nur von einem Brutpaar verwendet. Daher kann jedem zwischen Mitte Juni und Ende Juli regelmässig aufgesuchten Anflugloch ein Brutpaar zugeordnet werden. Dabei ist zu beachten, dass nichtbrütende Jungvögel häufig Brutstellen anfliegen, um diese zu erkunden. Im Gegensatz zu brütenden Altvögeln bleibt es aber in der Regel beim Anfliegen (ohne Eindringen).

Junge Mauersegler in einem Nistkasten

Junge Mauersegler in einem Nistkasten
Foto: © Alain Georgy

Eine weniger zeitintensive Alternative ist ab Mitte Juni die Suche nach Kotspuren unterhalb der Anfluglöcher oder an der Unterseite von Traufröhren. Besonders für Kolonien in Nisthilfen ist diese Methode ebenfalls geeignet, um laufende Bruten festzustellen. Allerdings gibt es auch immer Situationen, wo sich kaum Kotspuren finden. Vorsicht in der Interpretation ist also auch hier geboten.

Schliesslich können ab Anfang Juli auch Jungvögel am Anflugloch beobachtet werden. Gerade bei Bruten unter Dachziegeln kann das Nest aber auch über einen Meter vom Anflugloch entfernt sein. In solchen Fällen zeigen sich Jungvögel kaum am Loch.

Weil für die verschiedenen Erhebungsmethoden unterschiedliche Annahmen gemacht werden, ist es wichtig, bei der Eingabe auf ornitho.ch unter den Bemerkungen einen Hinweis darauf zu machen, anhand welcher Methode der Brutbestand geschätzt wurde.

Fels- und Baumbruten

Selten gelingen Brutnachweise in Baumhöhlen

Selten gelingen Brutnachweise in Baumhöhlen
Foto: © Cyril Schönbächler

Mauerseglernest an einer Felsenwand

Mauerseglernest an einer Felsenwand
Foto: © Michel Beaud

Ursprünglich brütete der Mauersegler in Felswänden und Baumhöhlen, entwickelte sich aber zunehmend zum Kulturfolger. Bruten in Naturfelsen sind in der Schweiz bisher nur von wenigen Orten bekannt geworden und betreffen meinst Einzelpaare. Vereinzelt können auch Bruten in Spechthöhlen festgestellt werden. Auch Bruten in Spalten an Brückenpfeilern kommen manchmal vor. Hinweise auf solch aussergewöhnliche Brutstellen nehmen wir ebenfalls sehr gerne entgegen (bitte entsprechende Bemerkungen anbringen).

Datenerfassung von Kolonien

Bei einer gefundenen Kolonie sollen Sie sich die Adresse des Gebäudes oder bei Fels- und Baumbruten den genauen Ort (für punktgenaues Melden) notieren. In ornitho.ch öffnet sich ein spezielles Koloniebrütermodul, sobald eine Mauerseglermeldung mit einem Atlascode von 4 oder grösser gemacht wird (ausser die Meldung stammt von einem Tagesblatt). Hier können Sie die detaillierten Angaben zur Kolonie erfassen.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Mauersegler können Sie Hans Schmid per E-Mail oder telefonisch (041 462 97 26) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.