Verschiedentlich spüren wir eine Unsicherheit bei den Mitarbeitenden, wann der Atlascode 13 (= kürzlich ausgeflogene Junge bei Nesthockern oder Dunenjunge bei Nestflüchtern beobachtet) gesetzt werden soll. Als Regel gilt, dass dieser Atlascode nur dann angewendet werden soll, wenn die Art mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im entsprechenden Gebiet gebrütet hat. Wenn der Verdacht besteht, dass Vögel zugeflogen (oder aus einem anderen Atlasquadrat zugeschwommen) sein könnten, dann sollte unbedingt kein Atlascode gesetzt werden.
Es gibt einige schwierige Fälle wie Nachtreiher oder Schwarzhalstaucher. Nachtreiher streifen früh ab und irritieren besonders deshalb, weil die Jungvögel oft noch einzelne Flaumfedern am Kopf aufweisen. Aber die bei uns beobachteten Jungvögel dürften zumeist aus den Dombes oder der Poebene stammen. Nur ausnahmsweise gibt es wirklich konkretere Hinweise auf Bruten bei uns. Schwarzhalstaucher sind deshalb heikel, weil Junge oft schon sehr früh, wenn sie noch kaum die Grösse von Altvögeln erreicht haben, ihre Geburtsgewässer (z.B. am Bodensee) verlassen und weil man aufgrund des Jugendkleides und der geringen Grösse meinen könnte, sie seien am Thuner- oder Neuenburgersee erbrütet worden. Aber nur wenn in diesen Gebieten vorgängig auch brutverdächtige Altvögel beobachtet wurden, kann man wirklich von einer Brut an diesem Ort ausgehen.
Diese Atlascodes sollen uns letztendlich zeigen, ob wir im Brutvogelatlas im entsprechenden Quadrat einen Punkt für „Brutvogel“ setzen dürfen oder nicht. Bei Unsicherheiten steht das Atlasteam gerne zur Verfügung (E-Mail).