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Haubentaucher

Der Haubentaucher wurde als seltene Art eingeteilt, obwohl er im Mittelland an vielen Gewässern brütet und auch eigentliche Kolonien bilden kann. Damit soll erreicht werden, dass die Vorkommen möglichst auf den Quadratkilometer genau erfasst werden.

Lebensraum

Lebensraum des Haubentauchers

Lebensraum des Haubentauchers
Foto: © Verena Keller

Der Haubentaucher brütet heute in der Schweiz in einer Vielzahl von Gewässerlebensräumen, von grossen Seen bis Kleinseen und langsam fliessenden Flüssen. Die Neststandorte sind vielseitig: Röhricht, ins Wasser hängende Weiden, Teichrosen und zunehmend auch künstliche Strukturen, beispielsweise Vertäuungsbojen der Boote in Häfen.

 

 

Brutbiologische Hinweise

Haubentaucher-Familie

Haubentaucher-Familie
Foto: © Stefan Gerth

Die Brutperiode des Haubentauchers ist ausgesprochen lang. Generell brüten Haubentaucher an kleinen Gewässern früher, oft bereits Mitte April, doch sind auch frühere Bruten bekannt. An grösseren Seen brütet die Mehrzahl der Paare meist erst ab Mitte Mai. Insbesondere am Bodensee wird der Brutbeginn in den grossen Röhrichtgebieten durch den Wasserstand bestimmt, da die Haubentaucher erst zu brüten beginnen können, wenn die Schilfflächen überschwemmt sind.

Haubentaucher sind in der Lage, nach Gelegeverlusten sehr rasch ein neues Nest zu bauen und ein Nachgelege zu produzieren. Auch Anfang September ist deshalb noch mit frisch geschlüpften Jungen zu rechnen.

Vor allem an Kleinseen verteidigen Haubentaucher grössere Reviere. Wo das Nahrungsangebot hoch ist, geeignete Nistplätze jedoch nur lokal vorkommen, können Haubentaucher in dichten Kolonien brüten.

Haubentaucher mit grösseren Jungvögeln

Haubentaucher mit grösseren Jungvögeln
Foto: © Jean-Marc Fivat

Nach dem Schlüpfen der Jungen kehren Haubentaucher-Familien nicht mehr zum Nest zurück und sind sehr mobil. Es kommt relativ oft vor, dass sich die Eltern die Jungen aufteilen und unabhängig voneinander auf Futtersuche gehen, was bei der Interpretation der Anzahl Familien berücksichtigt werden muss. An kleineren Seen verlassen die Jungen ihr Brutgebiet oft, sobald sie flügge sind. Auch erfolglose Paare verlassen solche Gewässer oft rasch. Flugfähige Jungvögel dürfen deshalb nicht als Brutnachweis eingestuft werden.

Der Bruterfolg kann von Jahr zu Jahr stark schwanken. Jahre mit hohen Gelegeverlusten, z.B. wenn wiederholte Stürme die Nester zerstören, oder hohen Jungenverlusten bei schlechtem Nahrungsangebot sind nicht selten.

Beobachtungshinweise

Balzendes Paar des Haubentauchers

Balzendes Paar des Haubentauchers
Foto: © Marcel Burkhardt

Es dürfte in den meisten Fällen nicht schwierig sein, einen höheren Atlascode als den als Minimum geforderten Atlascode 2 zu erbringen. Allerdings sollte ein Atlascode 13 (= Dunenjunge beobachtet) in einem Kilometerquadrat nur vergeben werden, wenn dort auch Nistmöglichkeiten bestehen.

Die beste Beobachtungszeit ist der Zeitraum, wenn die Mehrheit der Paare zu brüten beginnen. Dies ist an den grösseren Seen im Mittelland Mitte Mai der Fall. Eine Schätzung des Brutbestands ist zu dieser Zeit am besten möglich, da die Paare oft als solche erkennbar sind, z.B. wenn sie intensiv balzen oder Nestmaterial transportieren. Einzelne unmittelbar vor dem Schilf ruhende Vögel deuten darauf hin, dass der Partner am Brüten ist. Wo die Dichte der Brutpaare zu hoch ist, zählt man am besten mehrmals die Anzahl Altvögel, die sich vor dem Ufer aufhält und teilt diese Zahl durch zwei, um eine Schätzung der Anzahl Brutpaare zu erhalten. Nicht berücksichtigt werden sollten Vögel, die sich weitab vom Ufer oder vor Uferabschnitten ohne Nistplätze aufhalten.

An Kleingewässern lohnt sich eine Begehung bereits Mitte April. Bei geringer Dichte lassen sich die Paare meist individuell erkennen. Einzelne unmittelbar vor dem Schilf ruhende Vögel deuten darauf hin, dass der Partner am Brüten ist. Nichtbrüter halten sich kaum oder nur für kurze Zeit auf Kleinseen auf.

Wenn Sie für einen Uferabschnitt eine solche systematische Zählung gemacht haben, geben Sie dies auf ornitho.ch unbedingt in den Bemerkungen ein.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Haubentaucher können Sie Verena Keller per E-Mail oder telefonisch (041 462 97 20) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.