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Günstige Zeit für Wespenbussard, Baumfalke und Alpensegler (24.07.2015)

Alpensegler

Alpensegler
Foto: © Rudolf Aeschlimann

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

In den letzten Tagen und Wochen haben schon sehr viele Mitarbeitende die Auswertungen der Revierkartierungen mit „Terrimap online“ abgeschlossen. Wir möchten uns ganz herzlich für die vielen Kartierungen und die pünktliche Auswertung bedanken! Jene, die noch nicht ganz so weit sind, bitten wir, die Kartierungen möglichst rasch auszuwerten, insbesondere von MHB- und BDM-Quadraten.

Auch wenn sich die Feldsaison langsam zu Ende neigt, lassen sich immer noch Arten für den Brutvogelatlas nachweisen. So ist jetzt der Zeitpunkt günstig für die Suche von folgenden Arten (Auswahl):

  • Beim Wespenbussard treten jetzt Familien mit ausgeflogenen Jungen auf, und die Vögel können recht ruffreudig sein: Ihre leicht melancholisch wirkenden „fjüüü-u“-Rufe tragen weit und sind leicht zu erkennen. Charakteristisch für diese Art ist der wenige Sekunden dauernde „Schmetterlingsflug“. Dieser Balzflug wird besonders Ende Juli und in der ersten Augusthälfte gezeigt und ist auch auf grosse Distanz auffällig. Am besten installiert man sich auf einem Punkt, der eine gute Übersicht über mögliches Wespenbussard-Gelände bietet, und sucht die Gegend geduldig mit Feldstecher und Fernrohr ab.
  • Auch beim Baumfalken sind jetzt die Bettelrufe der Jungvögel zu hören. Kurz vor dem Ausfliegen sitzen diese oft exponiert in Nestnähe, gerne auf Nadelbäumen, klettern im Geäst und zeigen häufiges Flügelschlagen. Nach dem Ausfliegen kommt es zu lautstarken Beuteübergaben an die bettelnden Jungvögel. Flugübungen werden nun meist im Familienverband durchgeführt.
  • Die Reiherente brütet gewöhnlich später in der Saison als andere Entenarten. Sie besiedelt gerne auch Seen in mittleren und hohen Lagen. Es kann sich lohnen, solche Bergseen systematisch auf allfällige Bruten zu kontrollieren.
  • Die Uferschwalbe ist meist bis mindestens Ende August in den Kolonien anzutreffen, die sich vor allem in Kiesguben befinden. Zwischen dem 1. und 25. August sollte in den Kolonien die maximale Röhrenzahl erfasst werden. Dabei werden alle „Röhren“ erfasst, d.h. jede von Uferschwalben gegrabene Vertiefung von mehr als 5 cm Tiefe (und einem Durchmesser von etwa 4 cm) mit einem deutlichen Schattenwurf. Bitte melden Sie Kolonien möglichst punktgenau und geben Sie die Zahl der erfassten „Röhren“ unbedingt in den Bemerkungen an.
  • Die Mehlschwalbe gehört zu den Koloniebrütern in Siedlungen, von denen pro Atlasquadrat alle Kolonien mit mindestens 10 Paaren möglichst vollständig erfasst werden sollten. Bis Mitte August können Siedlungen, Weiler und Bauernhöfe nach Nestern abgesucht werden. Die beste Zeit für die Zählung ist in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag.
  • Felsbruten des Alpenseglers sind schwierig zu entdecken. Im Juli und August kann er aber auffällig in Erscheinung treten, wobei versucht werden sollte, den Koloniestandort herauszufinden. Besonders an warmen, hohen und freistehenden Felswänden lohnt sich die Suche nach angeflogenen Nischen. Am Ende eines sonnigen Tages sind die Chancen besonders gut, die Vögel bei den Flugspielen in Kolonienähe zu entdecken. Beim Alpensegler ist im Minimum ein Atlascode 7 (= Altvogel sucht einen wahrscheinlichen Nestplatz auf) nötig, damit die Meldung für den Atlas zählt.
  • Der Fahlsegler verlässt das Brutgebiet erst zwischen Ende August und Mitte Oktober, also über einen Monat später als der Mauersegler. Daher sollten spät in der Saison noch anwesende Segler besonders gründlich kontrolliert werden, insbesondere auf der Alpensüdseite. Allerdings muss im Herbst eine Bestimmung speziell vorsichtig vorgenommen werden, weil adulte Mauersegler dann ausgebleicht sind und im Vergleich zu den russschwarzen Jungvögeln braun aussehen. Ein allfällige Beobachtung müsste auf jeden Fall gut dokumentiert und bei der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission zur Beurteilung eingereicht werden.

Wenn Sie übrigens Arten während der Brutzeit gezielt suchen, aber erfolglos bleiben, sollten Sie dies ebenfalls melden: Das erfolgt in ornitho.ch mittels einer Einzelmeldung der betreffenden Art, bei der Sie die Anzahl 0 und den Atlascode 99 (= Art trotz Beobachtungsgängen nicht festgestellt) eingeben. Hilfreich sind für uns zudem ergänzende Bemerkungen mit weiteren Details (z.B. „erfolglose Suche, 8.20–9.10 Uhr“).

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und schöne Beobachtungen!