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Günstige Zeit für Gänsesäger, Zwergdommel, Dohle und weitere Arten (28.05.2014)

Gänsesäger-Familie

Gänsesäger-Familie
Foto: © Marcel Burkhardt

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

In den tiefen Lagen sollte in nächster Zeit der dritte und letzte Kartierungsrundgang durchgeführt werden – wenn er nicht bereits gemacht worden ist. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie uns danach die Feldkarten möglichst bald zum Scannen senden und mit der Digitalisierung auf „Terrimap online“ beginnen. Wir bitten alle, diese Auswertung bis zum 1. August zu beenden, damit wir die Ergebnisse kontrollieren können.

Mittlerweile können sämtliche Arten für den Brutvogelatlas erfasst werden. Seit dem 20. bzw. 25. Mai kamen die letzten Arten hinzu: Zwergdommel, Wachtelkönig, Brachpieper, Schafstelze, Braunkehlchen, Sumpfrohrsänger, Sperbergrasmücke und Karmingimpel.

Gegenwärtig ist der Zeitpunkt günstig für die Suche von folgenden Arten (Auswahl):

  • Gänsesäger brüten an Seen und Flüssen in Baum- und Felshöhlen, an Gebäuden und in Mauernischen. Jungeführende Weibchen sind leicht erfassbar, aber sehr mobil. Bitte geben Sie in den Bemerkungen die Grösse der Jungen im Verhältnis zu jener des Weibchen an. Dies ist sehr nützlich, um verschiedene Weibchen mit Jungen zu unterscheiden.
  • Auch bei selteneren Entenvögeln treten nun Familien auf. Bei allen Arten ist ein sicherer Brutnachweis nötig (Atlascode mindestens 11). Mischgelege und Mischfamilien sind bei Enten häufig. Insbesondere die Kolbenente legt ihre Eier oft in die Nester anderer Arten (v.a. Stockente). Mischfamilien sollen bei beiden Arten gemeldet werden. Details (Anzahl Junge, Grösse, Junge anderer Arten) sind in den Bemerkungen anzugeben.
  • Die Zwergdommel bewohnt Verlandungszonen von Gewässern mit dichten Schilf-, Rohrkolben und Weidenbeständen und kann auch in kleinräumigen Biotopen vorkommen. Es kann sich lohnen, auch Kleinseen, wo es länger keine Hinweise mehr gab, systematisch abzusuchen. Die Balzrufe ertönen vor allem am Vormittag, späten Nachmittag und Abend. Die Vögel fliegen in der Morgen- und Abenddämmerung auffälliger umher als tagsüber.
  • Das Tüpfelsumpfhuhn bevorzugt dauerhaft niedrig unter Wasser stehende Feuchtgebiete und brütet in dichtbewachsenen, ausgedehnten Verlandungszonen. Die peitschende Balzstrophe wird hauptsächlich zwischen der Abenddämmerung und den ersten Nachtstunden (von 21 bis 24 Uhr) sowie in der Morgendämmerung (von 3 bis 6 Uhr) vorgetragen.
  • Gebäudebruten von Mittelmeermöwen kommen immer häufiger vor. In Städten sollte daher versucht werden, von einem erhöhten Standort aus allfällige installierte Paare zu entdecken. Kontrollieren Sie den Standort innerhalb von 1–2 Wochen nochmals. Achten Sie vor allem auch auf die Bettelrufe der Jungen.
  • Der Ziegenmelker besiedelt trockene und halboffene Wälder, zuwachsende Lichtungen sowie Übergangszonen zwischen Trockenwiesen und Eichen- oder Föhrenwäldern. Sein schnurrender Gesang ist vor allem Ende Mai und Anfang Juni zu hören, und zwar in der Abenddämmerung ab 21.30 h oder im Morgengrauen in der Stunde vor Tagesanbruch.
  • In Wäldern bildet die Dohle eher kleinere Kolonien, meist sind es auch nur Einzelpaare. Jetzt ist der Moment günstig, um mittels der Beobachtung futtertragender Altvögel im umliegenden Kulturland (frisch geschnittene Wiesen, kürzlich geackerte Äcker; Rabenvogeltrupps absuchen!) Brutnachweise zu erbringen. Die Flugrichtung kann einen Hinweis auf den vermuteten Brutplatz geben.

Bitte beachten Sie ausserdem, dass wir für Nachweise ausserhalb des bekannten Brutareals gerne etwas konkretere Bruthinweise hätten. Beispielsweise kann der Rotmilan an manchen Stellen im Alpenraum bis weit in die Brutzeit hinein festgestellt werden. Ohne Hinweis auf eine wahrscheinliche Brut in der Umgebung würden solche Beobachtungen unter Umständen bei der Schlussbereinigung weggelassen werden, wie das auch schon beim Atlas 1993–1996 gemacht worden ist. Dasselbe gilt auch für andere Arten (z.B. Turteltaube, Gelbspötter, Fitis, Trauerschnäpper, Pirol). Daher sind wir Ihnen in diesen Fällen dankbar, wenn Sie möglichst versuchen, den Standort in der Folge genauer zu überwachen. Wir wüssten nur zu gerne, ob es in den Alpen z.B. Rotmilan-Horste auch oberhalb von 1200 m gibt.

Wir danken Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz und wünschen Ihnen spannende Beobachtungen!