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Fahlsegler

Vorkommen

Die helle Schuppung auf der Unterseite ist nur bei guten Bedingungen zu erkennen

Die helle Schuppung auf der Unterseite ist nur bei guten Bedingungen zu erkennen
Foto: © Beat Rüegger

Der Fahlsegler ist in der Schweiz ein lokaler Brutvogel mit einer einzigen Kolonie in der Kirche S. Antonio in Locarno. Hier brüteten in den letzten Jahren 15–30 Paare, die Kolonie besteht seit mindestens 1987. Dieser Brutplatz ist gleichzeitig auch eines der nördlichsten Vorkommen des Fahlseglers in Europa. In Südfrankreich hat der Bestand in den letzten Jahren zugenommen. Zudem könnte der Klimawandel eine Ausbreitung Richtung Norden begünstigen.

Für den Atlas werden wie 1993–1996 auch die Grenzgebiete miteinbezogen. So gibt es im grenznahen Italien grosse Kolonien am Langensee in der Umgebung von Cannobio. Etwas weiter von der Grenze entfernt brütet der Fahlsegler unter anderem auch in Domodossola, Varese und Bozen.

Verbreitung des Fahlseglers in Südfrankreich 2009–2012

Verbreitung des Fahlseglers in Südfrankreich 2009–2012
Foto: © atlas-ornitho.fr

Verbreitung des Fahlseglers in Norditalien 2010–2013

Verbreitung des Fahlseglers in Norditalien 2010–2013
Foto: © ornitho.it

Zwischen 2009 und 2012 war ein Fahlsegler in einer Mauerseglerkolonie im Berner Jura bei Tramelan auf 1020 m ü.M. anwesend. Ausser im ersten Jahr resultierten daraus Mischgelege mit einem Mauersegler. 2012 wurden zwei Jungvögel flügge, bei denen es sich wahrscheinlich um Hybriden zwischen Fahl- und Mauersegler handelte.

Eine Ausbreitung des Fahlseglers auf die Alpennordseite ist daher nicht auszuschliessen. Ebenso gibt es wahrscheinlich weitere Brutplätze im Tessin. Die grosse Ähnlichkeit von Mauer- und Fahlsegler erschwert die Entdeckung neuer Vorkommen. Ein allfällige Beobachtung müsste auf jeden Fall gut dokumentiert und bei der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission zur Beurteilung eingereicht werden. Am besten informieren Sie das Atlasteam im Verdachtsfall umgehend, damit die weitere Überwachung des Platzes sichergestellt werden kann.

Beobachtungshinweise

Unterseite des Fahlseglers

Unterseite des Fahlseglers
Foto: © Daniele Occhiato

Das jahreszeitliche Auftreten des Fahlseglers unterscheidet sich deutlich von jenem des Mauerseglers. Er trifft zwischen Mitte März und Anfang April am Tessiner Brutplatz ein und damit früher als der Mauersegler. Das Brutgebiet wird erst zwischen Ende August und Mitte Oktober verlassen, also über einen Monat später als der Mauersegler. Daher sollten sehr früh eintreffende bzw. spät in der Saison noch an den Brutplätzen anwesende Segler besonders gründlich kontrolliert werden. Allerdings muss im Herbst eine Bestimmung speziell vorsichtig vorgenommen werden, weil adulte Mauersegler dann ausgeblichen sind und im Vergleich zu den russschwarzen Jungvögeln braun aussehen.

Die Unterschiede im Gefieder der beiden Arten sind klein, ermöglichen aber unter guten Bedingungen eine Bestimmung. Idealerweise sucht man einen etwas erhöhten Beobachtungspunkt aus, so dass die fliegenden Segler von oben und nicht gegen den hellen Himmel zu sehen sind.

Oberseite eines Fahlseglers in der Hand

Oberseite eines Fahlseglers in der Hand
Foto: © Roberto Lardelli

Unterseits zeigt der Fahlsegler einen deutlicheren Kontrast zwischen dem helleren inneren und dem dunkleren äusseren Handflügel als der Mauersegler. Oberseits zeigt der Flügel etwas heller braune Arm- und innere Handschwingen, die zu den schwärzlichen äusseren Handschwingen kontrastieren. Rücken und Bürzel sind heller braun als der Mantel. Dadurch bildet sich beim Fahlsegler eine Art „Sattel“, im Gegensatz zum oberseits einheitlicher dunklen Mauersegler. Der dunkle Augenfleck hebt sich von den heller braunen Kopfseiten ab, was den Eindruck einer dunklen Maske vermittelt. Der weisse Kehlfleck ist grösser, was jedoch nur aus kurzer Entfernung zu sehen ist.

Mauersegler

Mauersegler
Foto: © Daniele Occhiato

Bei gutem Licht ist auch die helle Schuppung der Unterseite zu erkennen. Die Flügelspitze ist relativ stumpf, weil die äussersten zwei Handschwingen gleich lang sind. Beim Mauersegler hingegen wird die Flügelspitze nur von der äussersten Handschwinge gebildet, wodurch die Flügelspitze spitzer wirkt. In der Hand beträgt die Schwanzeinkerbung beim Fahlsegler nur 3–7 mm, beim Mauersegler hingegen 7–11 mm.

 

Stimme

Die Stimme ist das beste Unterscheidungsmerkmal der beiden Arten. Der Ruf des Fahlseglers ist rauer, tiefer und langsamer als jener des Mauerseglers sowie in der Tonhöhe deutlich abfallend (vgl. auch zweites und drittes Beispiel). Dadurch klingt er im Gegensatz zum Ruf des Mauerseglers fast zweisilbig wie „vrrüü-e“. Weitere Beispiele finden sich auf xeno-canto.org.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Fahlsegler können Sie Roberto Lardelli per E-Mail kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.