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Rotsterniges Blaukehlchen und Weisssterniges Blaukehlchen

Vorkommen

Lebensraum des Rotsternigen Blaukehlchens in den Tessiner Alpen

Lebensraum des Rotsternigen Blaukehlchens in den Tessiner Alpen
Foto: © Niklaus Zbinden

Das Rotsternige Blaukehlchen (Unterart svecica) ist in der Schweiz seit mindestens 1980 ein lokaler Brutvogel in den Alpen zwischen 1500 und 2300 m. Hier findet es ähnliche Lebensräume wie in den nordischen Brutgebieten. Der Brutbestand schwankte von 2003 bis 2012 zwischen 3 und 10 Paaren.

Das Hauptbrutgebiet des Weisssternigen Blaukehlchens (Unterart cyanecula) liegt in den Tieflagen West-, Mittel- und Osteuropas. Seit 1900 erfolgten in der Schweiz nur zwei Brutnachweise: 1927 am Fanel BE und 2006 bei Altstätten SG. Zudem wurde 1981 ein Paar mit Futter bei Einsiedeln SZ beobachtet. Besonders am Südufer des Neuenburgersees werden in den letzten Jahren immer wieder länger verweilende Sänger festgestellt, ohne dass bislang ein Brutnachweis gelang.

Lebensraum

Rotsterniges Blaukehlchen

Rotsterniges Blaukehlchen
Foto: © Peter Keusch

Das Rotsternige Blaukehlchen besiedelt mancherorts feuchte Mulden, die mit einzelnen Felsblöcken durchsetzt und mit strukturreichen Zwergstrauchheiden oder mit Grünerlen und Weiden locker bewachsen sind. An anderen Orten werden schwach geneigte Hochstaudenfluren in unmittelbarer Nähe von Viehlagerplätzen in Talmulden oder auch flussbegleitende Lorbeerweiden-Gesellschaften bewohnt. Die Brutplätze befinden sich am Fuss von geschützten und wenig geneigten Hängen, wo sich im Winter der Schnee ansammelt und im Frühjahr lange liegen sowie die Bodenfeuchtigkeit im Sommer durch permanente Wasserläufe oder Quellfluren erhalten bleibt.

Die weisssternige Unterart brütet im grenznahen Ausland in Verlandungszonen von Stillgewässern, in feuchten, lockeren Weidengebüschen, an mit Weiden und Pappeln bestandenen Inseln und Altarmen sowie in mit Büschen durchsetzten Schilfbeständen.

Stimme

Weisssterniges Blaukehlchen

Weisssterniges Blaukehlchen
Foto: © Matihas Schäf

Der Gesang des Rotsternigen Blaukehlchens aus dem norwegischen Brutgebiet ist hier zu hören (vgl. auch zweites und drittes Beispiel). Weitere Aufnahmen des Rotsternigen Blaukehlchens finden sich auf xeno-canto.org.

Ein singendes Weisssterniges Blaukehlchen aus der Oberrheinischen Tiefebene ist hier zu hören (vgl. auch zweites und drittes Beispiel). Auch von der weisssternigen Unterart sind weitere Aufnahmen auf xeno-canto.org abrufbar.

Eine Studie in Tschechien, Polen und Schweden zum Gesang der beiden Unterarten ergab leichte Unterschiede. Sie ermöglichen es aber nicht, die zwei Unterarten anhand des Gesangs im Feld zu unterscheiden.

Hinweise für Atlasmitarbeitende

Wir bitten Sie, sich die Blaukehlchen in potenziellen Brutgebieten genauer anzusehen, um möglichst die Unterart zu bestimmen. Achten Sie bei den Männchen auf die Farbe des Sterns. Manchmal kann der Stern auch vollständig fehlen, was beim Rotsternigen Blaukehlchen in der Regel nicht der Fall ist. Bei Weibchen kann die Unterart nicht sicher bestimmt werden.

Bitte erfassen Sie sicher bestimmte Vögel in ornitho.ch und auf „Terrimap online“ als Rotsterniges Blaukehlchen bzw. Weisssterniges Blaukehlchen.

Damit eine Meldung des Rotsternigen Blaukehlchens für den Atlas zählt, muss sie einen minimalen Atlascode von 2 (= Art zur Brutzeit in einem möglichen Brutbiotop festgestellt) aufweisen und ab dem 15. Mai erfolgt sein. Beim Weisssternigen Blaukehlchen wird dagegen mindestens Atlascode 7 (= Altvogel sucht einen wahrscheinlichen Nestplatz auf) gefordert.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Blaukehlchen wie auch Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.