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Bienenfresser

Lebensweise

Der Bienenfresser hat eine unverkennbare Silhouette

Der Bienenfresser hat eine unverkennbare Silhouette
Foto: © Serge Hanzi

Der Bienenfresser brütet seit etwas mehr als 20 Jahren regelmässig in der Schweiz. Er ist ein Langstreckenzieher und kehrt zwischen Ende April und Mitte Juni zurück. Die meisten Trupps ziehen im Mai durch. Im Mai beginnen sich auch die Vögel bei uns an den Brutplätzen zu installieren, ab Anfang Mai an langjährig besetzten Orten und oft etwas später an neuen Brutorten.

Der Bienenfresser ist auf dem Durchzug dank der Grösse, des farbigen Gefieders und den oft ausgestossenen Rufen, mit denen der soziale Kontakt aufrechterhalten wird, einfach zu entdecken. Dies gilt nicht unbedingt auch für die Brutplätze.

Beobachtungshinweise

Klassischer Brutort in einer grossen Sandgrube mit einer Uferschwalbenkolonie

Klassischer Brutort in einer grossen Sandgrube mit einer Uferschwalbenkolonie
Foto: © Walter Leuthold

Der Bienenfresser breitet sich bei uns immer noch aus. An neuen Brutplätzen installiert er sich zuerst in Einzelpaaren oder in kleineren Kolonien mit 2–5 Paaren. Bis jetzt entstanden grosse Kolonien erst nach mehreren Jahren.

In den meisten Fällen legen Bienenfresser ihre Brutröhren in den Steilwänden von kürzlich verlassenen oder noch in Betrieb befindlichen Kies-, Sand- oder Lehmgruben an. Einzelpaare oder kleine Kolonien können sich mit Orten zufriedengeben, die unbedeutend aussehen: aufgeschüttete Erdhaufen, Hangabrisse in Viehweiden (wodurch z.B. eine 30 cm hohe Erdwand entsteht), Böschungen in Rebbergen, Kiesgruben usw. Ein abschüssiger Boden ist nicht zwingend, um eine Brutröhre anzulegen; das wichtigste ist, dass er nicht bewachsen ist.

Ungewöhnlicher Brutplatz in einem aufgeschütteten Erdhaufen mit zwei Brutröhren (Pfeile)

Ungewöhnlicher Brutplatz in einem aufgeschütteten Erdhaufen mit zwei Brutröhren (Pfeile)
Foto: © Gottardo Crameri

Die Eiablage beginnt meist Anfang oder Mitte Juni, teils schon Ende Mai. Nach dessen Beginn und während der gesamten Bebrütung (20–22 Tage) sind die Bienenfresser am Brutplatz sehr unauffällig. Die meisten Kontaktrufe zwischen den Artgenossen werden nun bei der Brutablösung geäussert (ein- bis zweimal pro Stunde oder sogar noch seltener). Zwischen den Ablösungen halten sich die Altvögel im Prinzip nicht am Brutplatz auf, sondern suchen ihre Nahrung in 1–2 km Entfernung. Der Juni eignet sich daher kaum für die Suche nach Bienenfressern.

Anfang Juli oder sogar Ende Juni beginnt die Fütterungsphase, die etwa einen Monat dauert. Damit beginnt die Zeit des ständigen Kommens und Gehens an den Brutröhren. Die Altvögel sind nun sehr auffällig.

Für die Suche nach möglichen Brutplätzen sollte man versuchen, die Vögel im Flug oder von den Warten (abgestorbene Bäume, tote Äste usw., inkl. Abdeckungsmanschetten von Hochspannungsleitungen) aus so lange wie möglich zu verfolgen. Jeder zwischen Mitte Juni und Ende Juli beobachtete Bienenfresser, auch wenn es nur ein Einzelvogel ist, sollte die Beobachter hellhörig machen bezüglich eines möglichen Brutplatzes in der Umgebung (Umkreis von 2–3 km). Ein in den ersten zwei oder drei Augustwochen festgestellter Trupp umfasst mit grosser Wahrscheinlichkeit Alt- und Jungvögel, die in der Region erbrütet worden sind (Umkreis von 10–15 km).

Diese beiden Jungvögel stehen kurz vor dem Ausfliegen

Diese beiden Jungvögel stehen kurz vor dem Ausfliegen
Foto: © Dinah Saluz

Zusammenfassend ist die Zeit vom 5. bis zum 25. Juli am besten für die Suche nach Brutplätzen des Bienenfressers.

Damit eine Meldung des Bienenfressers für den Atlas zählt, ist ein begründeter Brutverdacht nötig. Der minimale Atlascode muss also 7 (= Altvogel sucht einen wahrscheinlichen Nestplatz auf) sein; hierzu zählt auch das Höhlengraben (Atlascode 10). Sichere Brutnachweise sind insbesondere Höhlenanflüge mit Futter (Atlascode 14 oder 16), Junge im Höhleneingang und Familien mit Fütterung in Nähe eines potenziellen Brutplatzes. Hilfreich sind in jedem Fall ergänzende Bemerkungen.

Als wärmeliebender Insektenfresser ist der Bienenfresser vor allem tagsüber aktiv. Die ersten Stunden am Morgen und die letzten des Tages sind daher wenig geeignet für die Suche. Die Vögel sind dann wenig ruffreudig und sitzen in Bäumen in der Nähe des gemeinsamen Schlafplatzes.

Stimme

Die Rufe des Bienenfressers sind hier zu hören (vgl. auch zweites Beispiel). Weitere Beispiele finden sich auf xeno-canto.org.

Kontaktadressen

Für spezielle Fragen zum Bienenfresser können Sie Bertrand Posse per E-Mail oder telefonisch (027 723 17 22) kontaktieren. Für Fragen zum Atlas können Sie sich ans Atlasteam wenden.