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Atlasprojekt

Die Verbreitung der Vögel unterliegt einem ständigen Wandel. Gründe dafür sind neben natürlichen Faktoren zunehmend menschliche Aktivitäten. Problematisch für viele Arten ist vor allem die Geschwindigkeit, mit der die vom Menschen bedingten Veränderungen ablaufen. Das haben die beiden Brutvogelatlanten der Schweiz gezeigt, deren Feldaufnahmen 1972–1976 und 1993–1996 stattfanden. Seit dem letzten Atlas hat sich nicht nur der Landschaftswandel beschleunigt. Auch die Verbreitung einzelner Arten hat sich teilweise massiv verändert, wie zum Beispiel die Ergebnisse aus dem Monitoring Häufige Brutvögel (MHB) erahnen lassen. In jüngster Zeit mehren sich zudem die Auswirkungen der Klimaerwärmung. Die folgenden Beispiele illustrieren die teils deutlichen Veränderungen in der Verbreitung.

Weissstorch

Der Weissstorch brütet dank eines Wiederansiedlungsprojekts wieder in der Schweiz. 1976 lag der Bestand erst bei 40 Paaren, 1993–1996 waren es schon 160–170 Paare. Auch in jüngster Zeit hält der Trend an: 2011 brüteten 289 Paare. Die Gründe für den Bestandsanstieg in vielen Teilen Europas dürften in der Nutzung neuer Nahrungsquellen, dem abnehmenden Jagddruck und spezifischen Schutzmassnahmen liegen.

Verbreitung 1972–1976

Verbreitung 1972–1976

Verbreitung 1993–1996

Verbreitung 1993–1996

Wiedehopf

Einst war der Wiedehopf im Mittelland weit verbreitet. Der Bestand betrug in den Fünfzigerjahren wohl rund 1000 Paare. Wegen der Intensivierung der Landwirtschaft und Flurbereinigungen verschwand der Wiedehopf in zahlreichen Gebieten. 1993–1996 lag der Bestand noch bei mindestens 110 Paaren. Aktuell erholt sich der Wiedehopf wieder, unter anderem dank Schutzmassnahmen. 2007–2011 waren es 190–230 Paare.

Verbreitung 1950–1959

Verbreitung 1950–1959

Verbreitung 1993–1996

Verbreitung 1993–1996

Reiherente

Die Reiherente brütet erst seit 1969 regelmässig in der Schweiz. 1972–1976 wurden jährlich 10–21 Bruten registriert. Seither breitete sich die Reiherente weiter aus. 1993–1996 waren es 100–150 Bruten, 2007–2011 wurden bereits 123–204 Bruten verzeichnet. Die Zunahme der Reiherente in der Schweiz steht im Zusammenhang mit der generellen Ausdehnung des Areals in Mitteleuropa.

Verbreitung 1950–1959

Verbreitung 1950–1959

Verbreitung 1993–1996

Verbreitung 1993–1996

Baumpieper

Bis in die Siebzigerjahre war der Baumpieper in der Schweiz von den Niederungen bis zur Baumgrenze ein verbreiteter Brutvogel. In den Achtzigerjahren setzte vor allem wegen der Intensivierung der Landwirtschaft ein massiver Rückgang ein, wodurch fast alle Brutplätze in den Niederungen geräumt wurden. 1993–1996 beschränkte sich die Verbreitung im Wesentlichen auf die Lagen zwischen 800 und 2000 m.

Verbreitung 1972–1976

Verbreitung 1972–1976

Verbreitung 1993–1996

Verbreitung 1993–1996

Um diese Veränderungen zu dokumentieren ist es wichtig, regelmässig nationale Erhebungen der Brutvögel zu machen. Diese Daten bilden nicht zuletzt auch die Grundlage für eine Vielzahl von weitergehenden Analysen, so für die Überprüfung der Roten Listen der gefährdeten Arten oder für das Monitoring in Important Bird Areas (IBA).

Die Verbreitung der Schweizer Brutvögel wird in einem 20-jährigen Rhythmus landesweit erhoben und mit einem Brutvogelatlas dokumentiert. In den Jahren 2013–2016 finden erneut Aufnahmen im Feld statt. Dabei werden die aktuelle Verbreitung und die Dichte aller in unserem Land brütenden Vogelarten erfasst.

Der neue Brutvogelatlas wird somit z.B. auf folgende Fragen Antworten liefern:

  • Wo kommt der Bergpieper im Jura vor?
  • Gibt es Ziegenmelker ausserhalb des Wallis und des Tessins?
  • Wo liegen die mittleren und grossen Kolonien der Mehlschwalbe?
  • In welchen Ortschaften brütet die Ringeltaube?
  • Haben sich die Dichtezentren der Wacholderdrossel verändert?
  • Wo befinden sich die Hotspots der Rote-Liste-Arten in der Schweiz?
  • Wie gross ist der Rohrammerbestand der Schweiz?
  • Welchen Höhenbereich hat die Ringdrossel seit den Neunzigerjahren verlassen und welchen neu besiedelt?
  • Ist der Anteil der in Siedlungen brütenden Hausrotschwänze grösser als jener, der in den Bergen vorkommt?